RFID für die lieben Kleinen
Selbst schon über Implantate dachte man nach, in den heutigen grausigen Zeiten, welche sich unsere lieben Kleinen tagtäglich ausgesetzt sehen. Implantate die Auskunft über den Verbleib geben, denn es könnte ja etwas passieren, quasi minütlich. So der einhellige Tenor, welcher auch in den Medien fortwährend propagiert wird. Ein Tenor der dümmlicher nicht sein kann, schürt dieser doch die Panik, läßt aber die Realität außer acht. Darf man denn den Zahlen glauben, so ging die Kriminalität allgemein in Deutschland seit 1993 stetig zurück, teils verlagerte sie sich auch ein wenig, das neue Schreckgespenst einer verrohten Jugend machte schnell die Runde, insgesamt gewiß kein Ort der Glückseligkeit, aber auch kein Grund Sodom und Gomorrha herbeizuzitieren. Man zieht sich hier übrigens einer Art Deahtmatch der einzelnen Interessenvertreter gegenüber gestellt. Politiker die den Untergang der Republik herbeireden, Kriminalbeamte die über zu wenig Polizei im Lande klagen und willige Medien, welche die Quote wittern - denn Angst ist ein garstiger Zeitgenosse.
Aber ich will hierbei gewiß nicht die elterliche Fürsorge in Abrede stellen, Gefahren existieren immer, oft auch selbst bei Banalitäten mehr als letal für diese jungen Mitmenschen, meist abseits aufgebauschter Medienereignisse. Wie dem auch sei, leider gibt massivster technologischer Fortschritt nur allzu oft Anlaß für ein gewaltiges Vorpreschen in puncto Überwachung. Denn nur allzu gerne gibt man sich, nicht nur in staatlichen Gefilden, dem Irrglauben hin Überwachung, das ist schon die halbe Miete. Und so verwundert es kaum, wenn übereifrige Eltern gerne schon im Kinderzimmer die Kamera installieren würden, die lieben Kleinen mit Mobiltelefonen ausstatten, GPS-Anhänger mit auf den Weg geben oder auch gleich mal eben mittels Implantat die omnipotente Überwachung anleiern möchten.
Der Nutzen ist wie gesagt, auch schon desöfteren belegt, gegen Null gehend. Der einhergehende Kolateralschaden jedoch ist gigantisch, Mißtrauen wird geschürrt, die lieben Kleinen gewöhnen sich schon an Überwachung. Sie werden quasi konditioniert, wie man es bei heutigen Jugendlichen schon anhand des Beispiels Werbung beobachten kann, und sehen im Allgemeinen derartige Dinge als normal an. Eine Normailität die Firmen, dem Staat oder wem auch sonst nur dienlich sein kann.
Die Beispiele sind Legion, warum und wieso dies doch eine gute Sache sei. Und so ist es kaum verwunderlich, wenn z.B. Eltern in den USA ihre lieben Kleinen mittels kostenlos zu Verfügung gestellten RFID-Chips den Ranzen verwanzen und via Internet überwachen können. Derartige Dinge machen schnell Schule, schaut man sich im Bekanntenkreis um, so werden die Kinderchen schon allesamt mit Handy ausgestattet. Die Strahlung, die doch gerade bei unseren jungen Erdenbürgern mehr als bedenkenswert ist, wird hierbei völlig ignoriert. Der Schutz ist wichtiger. Die Privatssphäre des Kindes uninteressant, eine Leibeigenschaft wird gefördert, eine Generation williger Big Brother Aspiranten wächst heran. Freiheit, nun Freiheit funktioniert anders - man lebt diese und schafft ein nachahmenswertes Vorbild.
US-Eltern überwachen Schüler per Internet
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