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Umfrage: Besserer Datenschutz im Internet gefordert

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Microsoft hat eine Meinungsumfrage unter je 300 Verbrauchern in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien in Auftrag gegeben. Die Umfrage wurde im Februar 2008 durchgeführt, ihre Ergebnisse jetzt veröffentlicht:

  • Mit 61% vertrauen Deutsche überdurchschnittlich häufig darauf, dass Online-Unternehmen mit ihren Daten korrekt umgehen. – Der Telekom-Skandal hat zwischenzeitlich hoffentlich eine bessere Sensibilisierung herbei geführt.
  • 54% der Deutschen wissen, dass einige Internetunternehmen ihr Nutzungsverhalten in personenbeziehbarer Form protokollieren und dass solche Daten mitunter versehentlich veröffentlicht werden. 57% sind über diese Speicherung sehr besorgt. 60% sorgen sich, dass ihre Daten in die Hände Dritter gelangen könnten. – Anbietern, die diese Sorgen ernst nehmen, sei die Initiative „Wir speichern nicht!“ empfohlen.
  • 82% wissen, dass Suchmaschinen die eingegebenen Suchworte speichern. Nur 24% machen sich deswegen Sorgen. 47% sind allerdings besorgt, dass die gespeicherten Daten Dritten in die Hände fallen könnten.
  • 61% der Deutschen meinen, die Aufsichtsbehörden sollten im Sinne einer Wahlmöglichkeit und zum Schutz ihrer Privatsphäre sicherstellen, dass es eine „starke“ Alternative zu Google gibt. – Suchmöglichkeiten ohne Datenspeicherung finden sich hier.
  • Nur 43% der Deutschen wissen, dass Google Desktop einer Kopie ihrer Dokumente auf Google-Servern ablegt. 61% sind darüber besorgt, dass die Kopie sogar nach Entfernung der Software nicht gelöscht wird. 57% sorgen sich, dass ihre Dokumente Dritten in die Hände fallen könnten.
  • Im internationalen Vergleich kennen die Deutschen die Risiken im Internet recht gut, machen sich aber seltener Sorgen deswegen. Microsoft sieht einen allgemeinen Zusammenhang, wonach die Besorgnis mit zunehmendem Bekanntheitsgrad sinkt.
  • 90% meinen, Internetunternehmen sollten keine Informationen über Kinder speichern. 73% meinen, zu diesem Zweck müsse das Alter des Internetnutzers überprüft werden. – Eine solche Überprüfung wäre allerdings ein Einfallstor für das Ende anonymer Internetnutzung.

Was Verbesserungsmöglichkeiten anbelangt, haben sich im Anschluss an den Telekomskandal 57% der Deutschen für eine Verschärfung der Datenschutzgesetze ausgesprochen. Noch eindeutiger die Ergebnisse der Microsoft-Umfrage zu Internetunternehmen:

  • 86% meinen, der Datenschutz bei Internetunternehmen solle staatlich überprüft werden.
  • 95% der Deutschen sind der Meinung, Internetunternehmen sollten der staatlichen Aufsichtsbehörde nachweisen müssen, wie sie die persönlichen Daten ihrer Nutzer schützen.
  • 99% der Deutschen meinen, Internetunternehmen sollten sie von einer versehentlichen Offenlegung ihrer Daten gegenüber Dritten in Kenntnis setzen. – Unterdessen ist das Europaparlament gerade dabei, einen solchen von der Kommission ursprünglich vorgesehenen Auskunftsanspruch zu verwässern.

Eigene Lösungsvorschläge

Da die Aufsichtsbehörden weit davon entfernt sind, eine breite Kontrolle leisten zu können, sollten alternative Kontroll- und Durchsetzungsinstrumente implementiert werden:

    1. Einrichtung einer „Stiftung Datentest“
    2. Datenschutzvereine brauchen ebenso ein Verbandsklagerecht wie Verbraucherschutzvereine.
    3. Datenschutzverstöße müssen zudem von Wettbewerbern als Wettbewerbsverstöße abmahnbar werden.
    4. Fälle der versehentlichen Offenlegung persönlicher Daten müssen veröffentlicht werden.
    5. Verkaufte Software muss so voreingestellt sein, dass ihre Benutzer nicht gegen das Datenschutzrecht verstoßen. Computerprodukte müssen mit einer sicheren und datensparsamen Grundeinstellung ausgeliefert werden.
    6. Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten haben dem jeweiligen Stand der Technik zu entsprechen.
    7. Wer persönliche Daten verarbeitet oder Software dafür vertreibt, muss verpflichtet werden, Schäden infolge unbefugter Nutzung der Daten verschuldensunabhängig zu ersetzen.
      von Daten-Speicherung.de - minimum data, maximum privacy Metaowl-Watchblog, gepostet am Sonntag, 29. Juni 2008 um 12:03
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