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Geschärfte Gesichter für Berliner Videoüberwachung

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Nach Beendigung des "Foto-Fahndung" Projekts des BKA wurde ja im Abschlussbericht bereits 2007 die Notwendigkeit der Durchführung weiterer Studien und als nächste Etappen der Videoüberwachung die biometrische Gesichtserkennung in 3D angekündigt.

Fast alle namhaften Hersteller von 3D-Gesichts-Scannern, Algorithmen und Kamera-Software zur 3D-Gesichtserkennung stehen seit Jahren Gewehr bei Fuß, die internationalen Standards existieren oder werden vorbereitet, während in allen Forschungseinrichtungen (wie z. B. den Fraunhofer Instituten) international genauso lange zu besseren Systemen der nächsten Stufe der Gesichtserkennung geforscht wird, großzügig unterstützt durch Sicherheitsforschungsprogramme und Forschungsgelder, sei es seitens der Europäischen Union und den zuständigen Ministerien in den Mitgliedsstaaten oder in den USA mit Mitteln des US-Heimatschutzministeriums, der Army oder der National Science Foundation.

Das die 3D-Gesichtserkennung, neben der Verknüpfung von Videoüberwachung mit dem Auslesen von RFID ID-Dokumenten und der Aufrüstung der Software mit Muster- und Verhaltenserkennung eine Top-Priorität darstellt, lässt sich aktuell auch schön im Programm des übermorgen beginnenden CAST Workshops ablesen, über den Heise in der Meldung CAST-Forum: Experten diskutieren biometrische Grenzkontrollen – leider weitestgehend unbeachtet – berichtete: "3D Face" und "Facial Recognition" sind dort sehr beliebte Schlagwörter.

Derweil pflanzt sich die Videoüberwachung bis in kleine Kaffs fort und global und national rüstet man schon mal Bürger und Sicherheitskräfte mit technischem Basistechniken und -geräten aus, die sich für die nächsten Generationen der Videoüberwachung als nützlich und praktisch erweisen werden. Die nötige Begleitmusik zur Erhöhung von Akzeptanz und Ignoranz in der Bevölkerung, deren Notwendigkeit in Papers und Dokumenten politischer Institutionen zu neuen Überwachungstechniken immer wieder betont wird, geben wiederkehrende Berichte über aufgenommene Terroristen, Vandalen oder Schläger ab, die in Dosen über Medien und Presse an die Bevölkerung weitergreicht werden. Informationen und Berichte über Studien und Untersuchungen, die dem jetzigen Stand biometrischer Gesichtserkennung und der aktuell eingesetzen Videoüberwachungstechnik Schwächen, Unzulänglichkeiten und begrenzte Nutzeneffekte bescheinigen, entziehen sich damit jeglicher Wahrnehmung einer breiteren Öffentlichkeit.

Nun soll, wie Heise, basierend auf dem Artikel Videotechnik: Kottbusser Tor wird Testbahnhof der Berliner Morgenpost und dem Artikel Gesichts-Scans von Fahrgästen geplant der taz, in der Meldung Berlin will Videoüberwachung mit biometrischer Gesichtserkennung testen berichtet, ein erster Einstieg in die Fortsetzung der Foto-Fahndung mit anderen Mitspielern folgen. Dieses Mal sind es die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) in Kooperation mit der Berliner Polizei und dem Berliner Innensenat. Als "Tatort" ein U-Bahnhof, die sind für neue Experimente zur Videoüberwachung überall beliebt. Ob man es beim Feldversuch bei Neige-, Schwenk- und Zoom-Videoüberwachungskameras mit Rasterung und Wiedererkennung der Gesichtsgeometrie unter verschiedenen Lichtbedingungen belässt oder direkt dreidimensional einsteigen möchte, war nach den Berichten unklar.

Aber gut, der Datenschutzbeauftragte wird schon dafür sorgen, dass mit ihm alles abgesprochen wird, der Feldversuch "transparent" erfolgt und die Teilnahme am Feldversuch in Berlin schön freiwillig bleibt. Freiwillige wird es wie bei der biometrischen Grenzkontrolle am Frankfurter Flughafen schon geben, wenn man ihnen den passenden "Lolli" vor die Nase hält. Wie es wohl die sich auf Bundesebene datenschutzkämpferisch gebende Linke in Berlin hält? Mal wieder "zähneknirschendes Abnicken" wie bei der Novellierung des Berliner Polizeigesetz angesagt? Die SPD ist natürlich mit dabei, keine Frage. Ich lach mir tot.
von ravenhorst - Owl, gepostet am Dienstag, 9. September 2008 um 15:16
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