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Datenleck bei der Arbeitsagentur

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Unglaublich: Stern.de berichtet, dass über einen Link auf einer Seite der Arbeitsagentur hunderte Daten von Arbeitslosen tagelang im Internet einsehbar waren: Sensible Daten im Internet verfügbar.

Ordentlich notiert stand dort beispielsweise, dass Ursula R. keine feste Stelle suche, denn sie sei “psychisch nur mäßig belastbar”. Martina A. könne freitags immer schlecht - da müsse sie zur Lymphdrainage. Auch Bettina T. könne nicht immer arbeiten. Wegen einer “psychischen Erkrankung” sei nur Teilzeit möglich, am besten am Nachmittag. Und bei Joachim S. sei die “Bewerbung von Rechtsschreibfehlern überhäuft”. Bei Vorstellungsgesprächen mache er außerdem “einen sehr ungepflegten Eindruck”, notierte der Bildungsträger. stern.de hat diese Namen für die Berichterstattung verändert. In der frei zugänglichen Datenbank im Internet waren sie jedoch vollständig ausgeschrieben. Der Status (Bezieher von Arbeitslosengeld I oder II) und der Zielberuf (zum Beispiel: “alle frauenüblichen Helfertätigkeiten - keine Tätigkeiten mit Belastung für die Haut”) waren ebenfalls zu lesen. Dazu war die Kundennummer notiert, die von den Jobcentern oder Arbeitsagenturen vergeben wird und deutschlandweit gilt.

An die Daten kam man wohl, indem man nach einer Stelle für Handelsfachwirte suchte. Der Link zu einer Stellenausschreibung der Kolping Berufshilfe führte direkt auf die Datenbank. Schuld war wohl ein “hausinterner Programmierfehler”, so der Geschäftsführer der Kolping Berufshilfe. Die Daten stammen nach Angaben von Stern.de von Empfängern von Sozialleistungen aus der Oberpfalz, die von der Arbeitsagentur der Kreisstadt Tirschenreuth und dem örtlichen Jobcenter zu Fortbildungen geschickt wurden.

von netzpolitik.org » Datenschutz, gepostet am Freitag, 6. Februar 2009 um 18:52
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