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Mobilfunkanbieter gibt Bewegungsdaten für Marketing frei

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Der größte österreichische Mobilfunkanbieter mobilkom austria bietet als kostenpflichtigen Service die anonymisierten Bewegungsdaten seiner Kunden für Marketing- und Forschungszwecke an. Die Bewegungen der 4,7 Mio. SIM-Karten werden in einem einzelnen Datenstrom zusammengefasst. Das berichtet pressetext.de.

Datenschutzprobleme sieht man bei dem Unternehmen keine, sagt Petra Stangl, stellvertretende Marketing-Bereichsleiterin der mobilkom austria:

Alle Daten sind vollständig anonymisiert und verschlüsselt. Auch findet keine Verknüpfung mit vorhandenen Kunden- oder Rechnungsdaten statt.

Erschreckend sind eher die Aussagen von möglichen Nutzern der Daten, die pressetext.de zitiert. So sei “das einzelne Individuum gerade im Bereich Geo-Marketing und derartigen Mobilitätsstudien aber völlig uninteressant”, gibt die Seite die Aussage des “Geo-Marketing-Experten” Georg Magenschab wieder. Susanne Wolf-Eberl, Geschäftsführerin von Research & Data Competence, wird mit den Worten zitiert,

Wenn Sie bei einer Telefonbefragung konkrete Auskünfte über ihren Haushalt oder ihr Konsum- und Einkommensverhalten geben, handelt es sich dabei unter Umständen um sensiblere und konkretere Informationen als bei den hier aggregierten Daten.

Die Tatsache, dass Angaben bei Telefonumfragen auf freiwilliger Basis gemacht werden und den befragten Personen klar ist, dass sie diese preisgeben, wird dabei glatt unterschlagen.

Mit Einstimmung der Kunden will mobilkom austria wohl noch einen weiteren Service anbieten. Zusätzlich zu der passiven Abfrage von Bewegungsdaten können der Datenpool auch mit GPS-Daten einzelner Geräte angereichert werden. Das soll laut pressetext.de aber nur mit eindeutiger Zustimmung der Kunden – “etwa über die Ausgabe von entsprechenden Geräten für einen vereinbarten Zeitraum” – stattfinden.

Die Frage, ob es gelingt, den verschlüsselten Datenstrom zu deanonymisieren, bleibt genauso offen wie die, ob mobilkom austria oder ihre Kunden in Zukunft Anreize für Mobilfunknutzer schaffen werden, ihre Bewegungsdaten offen zu legen.

von netzpolitik.org Datenschutz, gepostet am Donnerstag, 17. Dezember 2009 um 16:28
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