Allgegenwärtige Gesichtserkennung: DIE ZEIT ruft zu Flashmobs vor Googles Serverzentren auf
Die Firma Google möchte in ihr Mobiltelefon Nexus eine Funktion
integrieren, die die automatische Gesichtserkennung und somit
Identifizierung von Passanten via Internet ermöglicht. Damit wäre - wenn
die Technik dann ausgereift sein wird - theoretisch jeder, jederzeit,
überall persönlich erkennbar, dessen Foto irgendwo im Internet
gespeichert ist. Keine angenehme Vorstellung, zu der der Ausspruch des
Vorstandsvorsitzenden passt, "Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht
wollen, daß es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht gar nicht
erst tun." (ZEIT Nr. 3 2010, S.1) - na dann Sieg Heil Kameraden.
Sehr erfreulich daher, daß die ZEIT dieses Thema Google und Gesichtserkennung auf Seite 1 gepackt hat. Das ist weder technisch noch politisch neu, aber kommt durch die Titelseite aus dem Eck der Datenschutz-Bürgerrechtsgruppen heraus in eine breitere Öffentlichkeit. Gemäß dem Grundsatz, daß eine Demokratie nur so stark ist wie ihre Bürger, wird dort gegen die geplante allgegenwärtige Gesichtserkennung zu Aktionen aufgerufen: "Mit Demonstrationen oder Flashmobs vor Googles geheimen Serverzentren."
Bleibt zu hoffen, das andere Zeitungen dem Beispiel folgen und tatsächlich eine nachdrückliche gesellschaftliche Diskussion entsteht. Wir sollten schließlich nicht gezwungen sein, alle mit Pappkisten auf dem Kopf herumrennen zu müssen.
PS. Passend dazu: Der Mensch darf nicht zum reinen Datensatz verkommen, soll aber eben dazu gemacht werden, schreibt Frank Rieger (CCC) in der FAZ.
PPS. Und ELENA hat sich auch schon schön eingeschlichen. Also jetzt seid alle brav, dann passiert Euch schon nichts. Sitz, Arbeitnehmer.

