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Anonym mit Paypal zahlen

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Beim Lesen der Datenschutzbestimmungen des Internet-Bezahldiensts Paypal kommen dem datenschutzgeneigten Onlinekäufer Tränen in die Augen: Unter anderem behält sich Paypal vor, in weitem Umfang Kunden- und Transaktionsdaten nicht nur unbefristet in den USA zu speichern, sondern auch an internationale Behörden, Auskunfteien und Adresshändler zu übermitteln. Geschäftssitz ist Luxemburg, so dass Paypal mit deutschem Datenschutzrecht und Aufsichtsbehörden nicht zu fassen ist. Trotzdem ist Paypal weltweit das verbreitetste Zahlungssystem.

Es ist aber möglich, sich mit Fantasiedaten und Wegwerf-E-Mail-Adresse anonym anzumelden. Da Paypal die IP-Adresse des Nutzers aufzeichnet, deren Zuordnung zum Internetanschluss dank Vorratsdatenspeicherung 6 Monate gespeichert wird, empfiehlt es sich, Paypal grundsätzlich nur über einen Anonymisierungsdienst zu betreten. Nach der Anmeldung drängt Paypal zwar darauf, den Account anhand einer Bankverbindung oder einer Kreditkarte abzugleichen, was die Anonymität aufheben würde. Das lässt sich aber überspringen. Doch wie anonym Guthaben auf das Konto schaffen?

Die russische „Online-Wechselstube“ http://www.psc2wm.com/ bietet an, unter anderem Paysafecard- und Ukash-Guthaben nicht nur auf Webmoney- (das russische Paypal-Pendant), sondern auch auf Paypal-Konten zu wechseln und einzuzahlen. Paysafecard und Ukash sind Gutscheincodes, die in vielen Tankstellen, Callshops und Supermärkten anonym zu kaufen sind. So gelang es mir probeweise, 10 € anonymes Ukash-Guthaben auf ein ebenfalls anonym angemeldetes Paypal-Konto einzuzahlen. Leider schlugen die Gebühren nicht unerheblich zu Buche: Bei Ukash war der Wechselkurs des Diensts etwa 15% ungünstiger als der der Deutschen Bundesbank, bei der Ausgangswährung Paysafecard sogar 25%. Außerdem werden bei unter 50 € Ausgangsguthaben weitere 10% an Gebühr einbehalten, so dass von 10 € Ukash nur 11,01 US$ (statt 14,83 US$) blieben. Von diesen zog Paypal, wo das Geld innerhalb von 30 Minuten von „CISBill Systems“ ankam, nochmals 3,9% plus 0,50 US$ „Einzahlungsgebühr“ ab. Von den einstmals 10 € Ukash wurden somit nur 6,97 € bei Paypal gutgeschrieben, was einen Verlust von gut 30% bedeutet (ein wenig könnte man wohl sparen, wenn man sein Paypal-Konto in US$ führt). Dennoch ist es grundsätzlich möglich.

Von Paypal ist bekannt, dass es nach nicht nachvollziehbaren Kriterien Identitätsüberprüfungen durchführt, bei denen das Paypal-Konto unvermittelt eingefroren wird und Kopien des Personalausweises, einer Meldebescheinigung oder einer Stromrechnung verlangt werden. Die Computerzeitschrift c’t berichtet exemplarisch von einem Fall, in dem Paypal „ohne Angabe von Gründen den unbescholtenen Verkäufer“ überprüfte, „die Betrüger ließ das eBay-Unternehmen hingegen gewähren“. Weiterhin wird von Fällen berichtet, in denen Paypal-Guthaben spurlos verschwand oder Buchungen nachträglich ohne ersichtlichen Grund storniert wurden. Bei Paypal könne der Kunde „willkürliche Entscheidungen (…) nur hinnehmen“ (c’t 17/2007, S. 68). Es empfiehlt sich deshalb auch unabhängig vom Datenschutz, Paypal nach Kräften entweder ganz zu meiden oder zumindest keine nennenswerten Geldbeträge anzuvertrauen oder Geld länger auf einem Paypal-Konto zu parken.

Jonas

von Daten-Speicherung.de - minimum data, maximum privacy » Metaowl-Watchblog, gepostet am Sonntag, 17. Januar 2010 um 22:40
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