Kommentar zu Der Anfang vom Ende für Angela Merkel von Stimmvieh
Als Frau Merkel 2005 zur Kanzlerin gewählt wurde, war mir ihr unaufgeregter, nüchterner, meinetwegen auch farbloser, Stil im Kontrast zu Gerd «Basta» Schröder nicht unsympathisch, das muss ich zugeben, auch wenn ich im Traum nicht auf die Idee käme, die Union zu wählen.
Und ich habe aus Gesprächen im persönlichen Umfeld den Eindruck gewonnen, dass ich mit der Meinung nicht alleine war.
Aber das hat sich schon in vier Jahren Schwarz-Rot reichlich abgenutzt, und inzwischen glaube ich nicht mehr, dass Frau Merkel noch einmal als Kanzlerkandidatin antreten wird, bzw. dass die Union sie lässt.
Wäre Kohl nicht seinerzeit die Wende bzw. Wiedervereinigung in den Schoß gefallen — das war immerhin so etwas wie der Heilige Gral der Union -, wäre der um 1990 herum auch abgesägt worden, Merkel ist in einer ähnlichen Situation.
Die Frage ist wohl nur, ob sie irgendwann von allein den Parteivorsitz aufgibt oder die Sache aussitzt, bis innerhalb der CDU jemand eine hinreichend große Machtbasis aufbauen kann, um sie abzusägen.
Für den Teil der Union, der sich um das «konservative Profil» der Union sorgt, und denen Merkel zu «sozialdemokratisch» [sprich: links] ist (Ich verstehe beim besten Willen nicht, wie man auf DIE Idee kommen kann, aber es gibt offenbar Leute, von deren Warte aus man nur noch links stehen kann).
Wenn daran nicht politische Macht hinge, deren Einsatz letztlich unser aller Leben mit beeinflusst, wäre die politische Landschaft im Moment vom Unterhaltungswert einer guten Seifenoper gleichzusetzen…

