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Personalisierte Werbung: Snapchat nutzt für Targeting jetzt auch Offline-Shopping-Daten

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Mehr Daten für personalisierte Werbung: Snapchat nutzt jetzt auch Informationen über das Einkaufsverhalten seiner Kunden. Foto: Adam Przezdziek unter CC BY-SA 2.0 via Flickr

Etwa eineinhalb Jahre, nachdem Snapchat-Gründer Evan Spiegel beteuerte, sein Dienst solle bei Werbung nicht zu „creepy“ werden, vollendet das Unternehmen nun eine 180-Grad-Wende. Wie das Wall Street Journal (ohne Angabe einer Quelle) berichtet, geht das Unternehmen eine Partnerschaft mit einem der weltweit größten Datenhändler ein: Snapchat kooperiert jetzt mit Oracle Data Cloud, um die Informationsgrundlage für zielgerichtete Werbung durch umfangreicherere Nutzerprofile zu verbessern.

Konkret geht es bei dem Schritt um die Kombination Snapchats eigener Datensätze über das Verhalten seiner Nutzer mit Informationen über deren Offline-Einkäufe. Oracle sammelt hierfür zum Beispiel Daten, die mittels Kunden- und Rabbatkarten von Supermärkten erhoben werden.

Oracle Data Cloud: Über zwei Milliarden Kundenprofile

Oracle Data Cloud ist das Ergebnis von Oracles Einkaufstour auf dem Markt der Tracking- und Databroking-Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren. Der umfangreichen „Networks of Control“-Studie von Wolfie Christl und Sarah Spiekerman zufolge ist der Software-Riese durch die Zukäufe von BlueKai, Datalogix und AddThis inzwischen einer der größten Akteure bei kommerzieller Überwachung.

In einem „Oracle Identity Graph“ genannten Werkzeug führt das Unternehmen den Forschern nach möglichst viele Konsumententätigkeiten aus den unterschiedlichsten Kontexten zusammen. Laut eigenen Angaben bietet Oracle Data Cloud Zugriff auf über zwei Millarden Kundenprofile. Diese Informationen will Snapchat nun für die Personalisierung von Werbung nutzen. Auch andere Social-Media-Dienste wie Facebook oder Twitter nutzen Shopping-Daten für präziseres Profiling.

Bereits im Sommer 2016 hatte Snapchat mit Oracle Data Cloud kooperiert, um zu untermauern, wie effektiv bei dem Dienst geschaltete Werbung ist: Gestützt auf die Kombination von Snapchat- und Einkaufsdaten behauptete Spiegel damals, dass sich in 92 % der untersuchten Kampagnen ein Verkaufssteigerung nachweisen lasse.

Besonders bei Jugendlichen beliebt

Snapchat wird besonders intensiv von Jugendlichen genutzt. Der Studie „Jugend Information (Multi-) Media“ des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest zufolge liegt die App bei Zwölf- bis Neunzehnjährigen in Deutschland hinter Whatsapp und Instagram auf Platz drei der meistgenutzten Social-Media-Anwendungen. Demnach verwenden 45 Prozent der Jugendlichen Snapchat täglich oder mehrmals pro Woche. Erst im Herbst hatte der Deutsche Bundesjugendring gefordert, kommerzielles Tracking von Minderjährigen grundsätzlich zu untersagen.


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von Datenschutz – netzpolitik.org, gepostet am Mittwoch, 25. Januar 2017 um 20:19
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