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WhatsApp: Datenschutz-Lüge bringt Facebook Millionen-Strafe ein

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Übernahme von WhatsApp: Die EU-Kommission sieht sich von Facebook getäuscht. CC-BY-NC 2.0 Jeso Carneiro

Die EU-Kommission hat gegen Facebook eine Strafe von 110 Millionen Euro wegen irreführender Angaben beim Kauf von WhatsApp verhängt. Bei der Übernahme des Messengerdienstes hatte der Konzern 2014 öffentlich erklärt, die Nutzerprofile von WhatsApp und Facebook nicht abzugleichen. Dazu sei man auch technisch nicht in der Lage, behauptete das Unternehmen damals – eine offensichtliche Lüge.

Denn im Sommer 2016 kündigte Facebook an, in Zukunft die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern mit Facebook-Profilen zu verknüpfen. Dadurch sollte unter anderem die angezeigte Werbung verbessert werden. Die EU-Kommission sah sich von Facebook getäuscht und bestraft das Unternehmen nun mit der Geldbuße. Facebook hat der Zahlung der Geldbuße laut Medienberichten zugestimmt. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erklärte in einer Mitteilung, mit der hohen Strafe ein Signal an Firmen zu senden, bei Unternehmens-Fusionen richtige Angaben zu machen:

Der heutige Beschluss ist eine deutliche Botschaft an Unternehmen, dass sie die EU-Fusionskontrollvorschriften einhalten müssen, darunter auch die Verpflichtung, sachlich richtige Angaben zu machen. Aus diesem Grunde sieht er eine angemessene und abschreckende Geldbuße gegen Facebook vor.

Gericht untersagt Datenweitergabe

Verbraucher- und Datenschützer beschuldigen WhatsApp und Facebook bereits seit längerem der widerrechtlichen Sammlung und Weitergaben von Daten. Erst Ende April hatte Johannes Caspar, Hamburger Datenschutzbeauftragter, einen Teilsieg vor dem Verwaltungsgericht Hamburg errungen: Facebook darf personenbezogene Daten deutscher WhatsApp-Nutzer weiterhin nicht erheben und speichern, wenn die Betroffenen nicht eingewilligt haben. Anfang des Jahres erhob der Bundesverband der Verbraucherschutzzentralen ebenfalls Klage gegen das Unternehmen.

Wie man Freunde und Bekannte überzeugen kann, zu einem datenschutzfreundlichen Messenger zu wechseln, erklären wir hier: Abschied von WhatsApp: Fünf gute Gründe, den Messenger zu wechseln


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von Datenschutz – netzpolitik.org, gepostet am Donnerstag, 18. Mai 2017 um 12:11
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