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Kurz erklärt: Wie Facebook dich ausspioniert, auch ohne dein Mikro abzuhören

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Nein, um sie für Werbezwecke auszuspionieren, muss Facebook nicht die Smartphone-Mikros seiner Nutzerinnen und Nutzer anzapfen, zeigt das Wall Street Journal. Screenshot: Wall Street Journal / Joanna Stern

Was Datenkonzerne wie Facebook alles über uns wissen, ist oft gruselig. Zum Beispiel, wenn man erkältet ist und dann Anzeigen für passende Medikamente bekommt. Um uns erfolgreicher mit Werbung traktieren zu können, sammelt der Konzern möglichst viele Informationen über uns. Facebook analysiert unser Verhalten, unsere Emotionen und unsere Psyche. Ob Nutzerinnen und Nutzer das wirklich wollen, interessiert Facebook eher nicht. Viele scheinen der Firma deshalb zuzutrauen, dass sie heimlich auch auf die Mikrofone von Smartphones zugreift, um uns noch besser ausspionieren zu können. In einem kurzen englischsprachigen Video erklärt das Wall Street Journal, warum das gar nicht nötig ist, auch wenn es einem manchmal so vorkommen kann.

Dass unsere Mikrofone von Facebook angezapft werden, schließt die Autorin Joanna Stern nach ihren Recherchen und Gesprächen, unter anderem mit ehemaligen Facebook-Mitarbeitern, aus. Stattdessen würden wir passgenaue Werbung zum Beispiel deshalb erhalten, weil Datenhändler Informationen über unser Offline-Einkaufsverhalten an Facebook weitergeben. Etwa dann, wenn wir an der Kasse eine Treuekarte zum Punktesammeln einsetzen. Oder indem Facebook das Surfverhalten seiner Nutzerinnen und Nutzer überwacht, auch Web-Tracking genannt. Oder schlicht aufgrund der Informationen über unseren Standort.

Wie man sich gegen aufdringliche Werbung wehrt

Die Autorin bleibt bei der Erklärung allerdings nicht stehen, sondern gibt auch ein paar Tipps zur Selbstverteidigung. Ein grundlegender Tipp, der zwar nicht gegen Facebooks Datensammlung, aber zumindest gegen zu aufdringliche personalisierte Werbung hilft: Zielgerichtete Werbung auf Facebook deaktivieren. In einem zum Video gehörenden Artikel [nur nach Anmeldung lesbar] gibt die Autorin weitere Tipps, etwa die Weitergabe der eingebauten Werbe-ID im Smartphone-Betriebssystem zu beschränken oder Schutzmaßnahmen gegen Web-Tracking zu ergreifen.

Wer sich selbst einen Überblick darüber verschaffen will, was Facebook über sich gespeichert hat, sollte sich mit einer Datenauskunft nach dem Bundesdatenschutzgesetz schlau machen. Unternehmen sind verpflichtet, alle über eine bestimmte Person vorhandenen Daten mit dieser zu teilen. Wie so eine Anfrage funktioniert und worauf man achten sollte, haben wir hier beschrieben: Hol dir deine Daten zurück: So kannst du herausfinden, was Unternehmen über dich wissen


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von Datenschutz – netzpolitik.org, gepostet am Donnerstag, 8. März 2018 um 18:31
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