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Facebook liest mit: Gespräche im Messenger sind nicht privat

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Nutzerinnen tauschen intime Nachrichten über Facebook Messenger aus. Dabei sind sich viele nicht im Klaren, dass Facebooks Mitarbeiter mitlesen und eingreifen können. CC-BY 2.0 Abhijit Kar Gupta

Mitarbeiter von Facebook können die Kommunikation der Nutzer in der Messenger-App mitlesen und sogar eingreifen. Für Aufsehen gesorgt hat ein entsprechender Bericht bei Bloomberg.

Facebook Messenger hat 1,3 Milliarden Nutzerinnen und Nutzer weltweit. Nun ist bekannt geworden, dass Facebook Messenger dieselben automatisierten Tools zur Durchsuchung von Inhalten nutzt, wie die Hauptplattform Facebook. Bei Verdacht auf Verstoß gegen die Facebook-Regeln werden Mitarbeiter eingeschaltet. Im Interview mit dem Vox-Autor Ezra Klein sagte Gründer Mark Zuckerberg: „In diesem Fall [der Hetze gegen Rohingya in Myanmar], stellt unser System fest was los ist. Wir blockieren solche Nachrichten“.

Verändern will Facebook daran nichts. Am Mittwoch schreibt das Unternehmen: „Messenger und Instagram werden von Facebook betrieben, es gelten dieselben Datenschutzrichtlinien“. Das umfasst auch die „Analyse der Inhalte, die NutzerInnen teilen“. Die Analyse von Inhalten kann zwar durchaus sinnvoll sein, um Schadprogramme zu erkennen, auf Grundlage der vage formulierten Gemeinschaftsstandards lässt sie jedoch Raum für Willkür.

Dass die Kommunikation über Facebook Messenger keineswegs privat ist, sondern von Mitarbeitern mitgelesen werden kann, dürfte vielen Nutzerinnen und Nutzern nicht klar gewesen sein. Dabei gibt es sogar innerhalb der Facebook Messenger App die Möglichkeit Nachrichten Ende-zu-Ende zu verschlüsseln, und somit den Zugriff durch Facebook zu verhindern, die ist jedoch standardmäßig deaktiviert. Wer Facebook Messenger weiterhin nutzen möchte, sollte also die Einstellungen prüfen.

 

 

 

 


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von Datenschutz – netzpolitik.org, gepostet am Freitag, 6. April 2018 um 17:24
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