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Facebook-Bug: Privatsphäre-Einstellungen von bis zu 14 Millionen Nutzern geändert, ohne dass sie es wussten

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Facebook muss erneut eine Panne einräumen. CC-BY 2.0 Book Catalog

Facebooks Chronologie der Entschuldigungen muss wohl erneut um einen Eintrag erweitert werden. Eine Überarbeitung der öffentlichen Profile bei Facebook führte zu Änderungen in den Einstellungen von bis zu 14 Millionen Nutzerinnen und Nutzern. Zwischen dem 18. und 27. Mai soll die Voreinstellung für Posts bei den bis zu 14 Millionen Nutzenden auf „öffentlich“ eingestellt gewesen sein, auch wenn man explizit festgelegt hatte, dass die eigenen Beiträge nur Freunden angezeigt werden sollen. Wer beim Publizieren dann nicht darauf achtete, dass die Voreinstellung eine andere war, publizierte dann Facebook-öffentlich.

Facebook macht als Grund für diese Änderungen hinter dem Rücken zahlreicher Nutzerinnen einen Software-Fehler aus. Nach Erstellung eines neuen Accounts sind auf der Plattform gepostete Inhalte öffentlich sichtbar. Das Unternehmen bezeichnet die Möglichkeit, das nachträglich zu ändern, missverständlich als Kontrollmöglichkeit der „individuellen Privatsphäre“. Dabei legt sie nur den Grad der Öffentlichkeit von Beiträgen auf der Plattform fest – Facebook selbst kann die persönlichen Daten von Nutzerinnen auch so verwerten.

Mittlerweile soll der Fehler behoben sein. Ein Sprecher entschuldigte sich dafür, sagte, dass Betroffene nun informiert werden sollen und empfahl ihnen, die Öffentlichkeitseinstufung von Beiträgen aus dem Zeitraum zu überprüfen. Bevor der Facebook-Datenskandal um durch Drittanbieter wie Cambridge Analytica abgeschöpfte Daten auch nur annähernd aufgearbeitet ist, kommt schon die nächste Entschuldigung.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) zeigte sich empört und nutzt den Fall in einer Pressemitteilung, um mehr Personal für sich und die Datenschutzbehörden zu fordern: Datenpanne bei Facebook: BSI fordert mehr Sorgfalt im Umgang mit Kundendaten.

„Um die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher noch besser vertreten zu können, müssen dazu auch die zuständigen Datenschutz- und Informationssicherheitsbehörden angemessen gestärkt werden.“

Das BSI will den Fall demnächst mit der Bundesdatenschutzbeauftragten und den Verbraucherzentralen besprechen, „um weitere Maßnahmen zu erörtern“.


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von Datenschutz – netzpolitik.org, gepostet am Freitag, 8. Juni 2018 um 14:53
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